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 Das Lied der Sternengöttin
Das
Lied der Sternengöttin ist der berühmteste
Text der Hexenbewegung und vermutlich der einzige, mit
dem sich so gut wie alle Hexen identifizieren können.
Die
Urfassung stammt aus dem "Aufruf der Göttin",
niedergeschrieben von der Grand Old Lady der englischen
Hexenbewegung, Doreen Valiente (1999 verstorben) und
wurde von Starhawk, der heute allgemein bekanntesten
Hexenpriesterin und Reclaiming-Mitbegründerin aus
San Francisco, in die Form gebracht, die derzeit allgemein
in Gebrauch ist. Ich empfinde es als eine große
Ehre, dass der Bauer-Verlag mich 2001 auf Starhawks
Wunsch dazu beauftragt hat, den Text in eine angemessene
und von den Autorinnen autorisierte deutschsprachige
Form zu bringen. Dies geschah im Kontext der Übersetzung
des Buches von Starhawk und Hilary Valentine "Die
zwölf wilden Schwäne". (Übrigens
ein äußerst lesenswertes Buch für alle
an Magie Interessierten!) Die etwas archaisierende Sprache
ist im englischen Original des Liedes noch viel stärker
ausgeprägt. Ich habe versucht, sie so kongenial
wie möglich zu übertragen.
DER
AUFRUF DER GÖTTIN Hört die Worte der Großen
Mutter, die von altersher gerufen wurde Artemis, Astarte,
Dione, Melusine, Aphrodite, Cerridwen, Diana, Arianrhod,
Brigid und bei vielen anderen Namen:
Wann
immer ihr etwas braucht, sollt ihr euch einmal in Monat,
am besten, wenn der Mond voll ist, an einem geheimen
Ort versammeln und meinen Geist anbeten, die ich die
Königin aller Weisen bin. Ihr sollt frei sein von
Sklaverei, und als Zeichen, dass ihr frei seid, sollt
ihr nackt sein bei euren Riten. Singt, feiert, tanzt,
musiziert und liebt euch, alles in meiner Gegenwart,
denn mein ist die Ekstase des Geistes und mein ist auch
die Freude auf Erden. Denn mein Gesetz ist: Liebe zu
allen Wesen.
Mein
ist das Geheimnis, das die Tür zur Jugend auftut,
und mein ist der Weinkelch des Lebens, welcher ist der
Kessel der Cerridwen, der heilige Gral der Unsterblichkeit.
Ich
schenke das Wissen des ewigen Geistes, und jenseits
des Todes gebe ich Frieden und Freiheit und vereine
euch wieder mit denen, die vor euch gegangen sind. Auch
verlange ich keinerlei Opfer, denn siehe, ich bin die
Mutter aller Dinge, und meine Liebe ergießt sich
über die Erde.
Hört
die Worte der Sternengöttin, zu deren Füßen
die Weite des Himmels wie Staub liegt und deren Leib
das Universum umkreist:
Ich,
die ich die Schönheit der grünen Erde bin
und die weiße Mondin unter den Sternen
und die Mysterien der Wasser, ich rufe eure Seelen,
sich zu erheben und zu mir zu kommen. Denn ich
bin die Seele der Natur, die das Universum lebendig
macht. Aus mir gehen alle Dinge hervor, und
zu mir müssen sie zurückkehren.
Verehrt
mich jauchzenden Herzens, denn siehe, alle Akte
der Liebe und Freude sind meine Rituale.
Laßt
in euch sein Schönheit und Kraft, Macht
und Mitgefühl, Ehre und Demut, Heiterkeit
und Ehrfurcht.
Und
ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset, dass
all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein werden,
wenn ihr das Mysterium nicht kennt: Wenn ihr das,
was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet, werdet
ihr es im Außen niemals finden.
Denn
siehe, ich bin bei euch gewesen von Anbeginn, und
ich bin es, zu der ihr gelangt am Ziel eures Verlangens.
(autorisierte
Übersetzung von Donate Pahnke)
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